Von:
Jan Janssen

e-schaerfer.de

Eins dieser Worte, die nur ein einziges Mal in der Bibel stehen. Umso mehr gebraucht in der Welt der Werbung und der Medien. Und besetzt durch Alltag und Umgangssprache. Die Kirchentagslosung 2007 aus dem Hebräerbrief (Kap. 4, Vers 12) charakterisiert so das Wort Gottes: es ist lebendig und kräftig und schärfer. Hier wird weder Kulinarisches noch Sexuelles assoziiert, sondern mit einer geschliffenen Klinge verglichen. Schärfer, also schneidender, sauberer, genauer, profilierter, auch funktionstüchtiger als ein Schwert sei das Wort Gottes. An ihm scheiden sich die Geister. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Das sorgt für klare Verhältnisse, sagt die Bibel.

Aber was ist, wer spricht oder hört dieses schärfere Wort? Und was bedeutet es? Geht es um die Bibel, eine Gotteserfahrung, den Glauben, welchen Glauben? Der Hebräerbrief sagt, dieses Wort Gottes habe die Welt geschaffen (Kap. 11, Vers 3) und werde von Propheten weitergesagt.

Entscheidend ist: Gott äußert sich. Gott tut sich kund. In verschiedenen menschlichen Worten, in Buchstaben und Klängen, in Formen und Bedeutungen drückt Gottes Wort sich aus. Oft gerät es auf diesem Weg in Undeutlichkeiten, trifft auf schwache Artikulation, müht sich durch Schreib- und Lesefehler. Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen, wenn das Wort Gottes durch den Mund, das Ohr, das Auge von Menschen seinen Weg sucht.

Umso dringender, dass wir ihm entgegenkommen, den Austausch suchen, den Streit, die Verständigung über das, was Gott sagt. Und uns bewusst halten: dieses Wort selbst, nicht unsere menschlichen Ausdrucksform dafür, ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes Schwert. Wer darauf vertraut, wird ein Leben lang in die Sprachschule des Glaubens gehen.